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Muzeum Oğuz Alpözen - Dereköy - Bodrum

Museum Oguz Aplözen

Die Geheimnisse des Herrn Alpözen

Das Bodrum Museum gehört zum Pflichtprogramm vieler Besucher, doch wer sich tatsächlich für Archäologie und die türkische Geschichte interessiert, möge kurz lauschen!


Sie kennen bereits Gümüslük? Wenn nicht, sollten Sie diese Bildungslücke möglichst bald schließen und den Heimweg danach über die Dörfer antreten. Eine kleine Straße, die in einigen Plänen nicht einmal eingezeichnet ist, bringt Sie zunächst in ein Weiler namens PEKSIMET und von dort aus stoßen Sie zwangsläufig nach Dereköy vor.

Dieses Dorf ist vollkommen aus der Zeit gefallen und die Hühner, die am Straßenrand picken schauen durchaus mit ernster Mine, wenn man durch den Ort rast. Man mag hier keine Geschwindigkeit, gleich wie stark der Zeitgeist danach drängt. Das Teehaus des Dorfes liegt an einer engen Kreuzung, von dort gehen jedoch keine weiteren Straßen ab. Dereköy erinnert ein wenig an das kleine gallische Dorf, und sollten Sie ein Huhn überfahren könnte ein in Zaubertrank gefallener Gallier aus dem Cafehaus gerannt kommen. Also Obacht!

Das Postkarten-Fischerdorf ist nur wenige Kilometer entfernt, aber hier in Dereköy wird es einfach niemanden interessieren, wer aus Hollywood gerade in Gümüslük zu Besuch ist, denn Dereköy hat andere Sorgen. So auch ein gewisser Herr Alpözen.

Am Dorfrand, hat es sich der ehemalige Direktor des Bodrum Museums gemütlich eingerichtet. Auf mehreren Etagen. Ein verstaubter kleiner Parkplatz für 2-3 PKW's ist komplett frei, obwohl es August ist und die Bodrum Halbinsel unter der Last des Tourismus ächzt. Nein, nach Dereköy finden die Fremden nicht und so bleibt der größte kunsthistorische Schatz den meisten Urlaubern verborgen.

Der Schatz besteht aus einem stattlichen Leib, einer durchtriebenen, neugierigen Seele und einem Herz, das sich komplett der Archäologie und den Unterwasserwissenschaften verschrieben hat. Gestatten, der Mann heißt Oğuz Alpözen. Es ist der ehemalige Direktor des Bodrum Museums, oder dem "Museum of Underwater Archaeology", so der offizielle Name, den das Museum durch Herrn Alpözen verliehen bekommen hat.

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Das unscheinbare Haus wurde zu einem kleinen Museum umgebaut. Oben am Eingang kräht ein Plastikhahn, wenn Besucher kommen, denn der Herr des Hauses weilt ganz unten, im Keller des Museums. Dort befindet sich eine (sehr gut bestückte) kleine Bar und ein runder großer Esstisch, der als wir kamen, voll besetzt war. Scheinbar Freunde, aber alle vom Fach, sowie die Frau des Direktors, die mit ihrem wachen Blick, die alles unter Kontrolle hat

Bei Oğuz Alpözen weiß man nicht genau, ob er einem zuhört, oder geistig in irgend einem alten Wrack taucht. Seine Gäste verzichten auf den Raki, und staunen stattdessen über diese Überkapazität an geballtem Fachwissen, an diesem runden Tisch. Eine kleine Konferenz, dessen Inhalte wir nicht verstehen, aber Herr Alpözen, ist nicht nachtragend. Wobei Raki auszuschlagen, eine Kränkung ist. Aber er winkt auch zu diesem Thema ab und plötzlich kommt sich unsereiner ganz dumm und deplatziert vor. Doch die Dame des Hauses rettet die Situation, mit Häppchen und einer traumhaften Süßspeise.

Er studierte an der Istanbul University Archäologie und übernahm im Jahr 1978 die Regentschaft des Bodrum Museums. Sein unermüdlicher Einsatz machte aus der Festung ein lebendiges Museum, und dies war eine der wichtigsten Intentionen des Wissenschaftlers. Alpözen ging 2005 in den Ruhestand, aber wohl nicht ganz freiwillig, denn seit ungefähr dieser Zeit befindet sich die Türkei im Umbruch und wird zunehmend islamisiert. Diese Entwicklung heißt der Man nicht gut, und angeblich ist das der Grund, warum er in Rente gegangen wurde.

"Möchten Sie wirklich keinen Raki". Auch nach den deprimierenden Nachrichten, lehnen wir ab, denn zum Einen möchten wir nicht weiter stören, zum Anderen ist die Thematik zu prekär, um sie mit benebeltem Kopf zu reflektieren. Es bleibt der Eindruck, dass dieser Mann viel zu sagen hat. Etwas wichtiges. Vielleicht waren wir die falschen Gesprächspartner.

Also werfen wir Ihnen den Ball zu, sofern Sie sich für Geschichte, Archäologie, Nautik und auch aktuelle Politik interessieren. Das Museum des Herrn Alpözen ist auf jeden Fall einen Besuch wert, wobei der Mann und seine Freunde wesentlich interessanter sind.

(Bringen Sie einen wachen Geist mit)


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